Wenn die Mimik mehr als Worte verrät

International anerkannter Hirnforscher hielt ein inspirierendes Seminar im HAUS DER UNTERNEHMER

Leidensdruck, Belohnungsaussicht, Geduld: Das sind die drei Zutaten, die es braucht, um sich – und bei Bedarf auch andere – zu verändern. „Im Berufsleben sind Veränderungen an der Tagesordnung, etwa wenn Unternehmensziele neu definiert, Betriebsabläufe optimiert oder Mitarbeiter mit anderen Aufgabenbereichen betraut werden“, sagt Wolfgang Schmitz, Geschäftsführer der HAUS DER UNTERNEHMER GmbH. Um Führungskräfte für diese notwendigen Aufgaben zu rüsten, kam am vergangenen Donnerstag ein international anerkannter Hirnforscher, Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth, in das Duisburger Tagungszentrum. 22 Geschäftsführer und Führungskräfte – wegen der Corona-bedingten Abstandsregeln war dies die maximale Teilnehmerzahl – ließen sich von seinen Forschungen und Schlussfolgerungen inspirieren.

Nach einer Reise durch die Funktionsweise des Gehirns und seinen wesentlichen Einflussfaktoren – das schon im Mutterleib angelegte Temperament etwa ist und bleibt unveränderbar – ging es daran, diese Erkenntnisse für den Berufsalltag zu nutzen, z. B. wenn neue Stellen besetzt werden. „Suchen Sie einen Controller, brauchen Sie den Typ eines Stabilen oder Dogmatikers, beim Marketingleiter vielmehr den Dynamiker. Aber Vorsicht: Geraten Sie nicht an einen Karrieristen“, sagte Roth. Um abseits von Lebenslauf und Gesagtem herauszufinden, wie genau der Bewerber tickt, empfahl er ein so genanntes adPersonam-Interview. „Um die unausgesprochenen, aber bewussten Gedanken, Gefühle und Ziele zu erfahren, stellen Sie Fragen, auf die der Gesprächspartner nicht vorbereitet ist. Er darf nicht ‚vorformuliert‘ antworten oder erahnen können, welche Aussage erwünscht ist, um den Job zu bekommen.“

Bei einer Übung wendeten die Teilnehmer Roths Tipps an, vor allem sollten auch Gestik, Mimik und Sprachstil beobachtet werden. „In der ersten halben Sekunde nach einer Frage kann man seine Mimik nicht steuern. Schauen Sie deshalb genau hin: Eine hochgezogene Lippe, ein zugekniffenes Auge oder ein tiefes Einatmen verraten viel über die wahren Gedanken des Interviewten“, erläuterte Roth. Sehr praxisnahe Tipps gab es auch für die Fragemethoden, um Bewerber ans Erzählen – anstatt ans Aufsagen – zu bringen: „Wenn sich der Bewerber über den Klee lobt, stellen Sie diese allzu positiven Aussagen nicht in Frage. Besser so: ‚Das ist ja toll, erzählen Sie mal!‘“ Alle vorgestellten Techniken, so der Hirnforscher weiter, helfen auch dabei, Teams richtig zusammenzustellen. „Sie müssen Ihre Mitarbeiter gut kennen, um sie richtig, also entsprechend ihrer Fähigkeiten und Veranlagung, einzusetzen. Schauen Sie dazu auch hinter die Fassade, decken Sie so behutsam Defizite auf. Dann können Sie Ihre Mitarbeiter bei Veränderungen besser mitnehmen und sie fürs Mitmachen motivieren.“

Weitere Seminar-Termine im HAUS DER UNTERNEHMER unter:
www.haus-der-unternehmer.de/weiterbilden/

Der Bestsellerautor Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth (Mitte), renommierter Professor für Verhaltensphysiologie und Entwicklungsneurobiologie am Institut für Hirnforschung der Universität Bremen, referierte vor Führungskräften im HAUS DER UNTERNEHMER. Ihn begrüßten Geschäftsführer Wolfgang Schmitz und Weiterbildungsreferentin Heike Schule ter Hardt. (Foto: HAUS DER UNTERNEHMER GmbH)

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