Maßgeschneiderte Ideen für gesunde Mitarbeiter

Netzwerk „BGM“ des Unternehmerverbandes tagte im HAUS DER UNTERNEHMER / Finanzielle Anreize bringen erstaunlicherweise keinen Erfolg

Fitness, Ernährung, Gesundheitsvorsorge, Stressprävention – wenn es um die Gesundheit am Arbeitsplatz geht, fallen einem schnell die wichtigen Schlagwörter ein. Wie sie ganz konkret mit Leben gefüllt werden, war Thema eines Netzwerktreffens des Unternehmerverbandes rund um das Betriebliche Gesundheitsmanagement, kurz: BGM. „Über den gesetzlichen Arbeits- und Gesundheitsschutz hinaus tun hiesige Unternehmen eine Menge für ihre Mitarbeiter, um sie leistungsfähig und motiviert zu halten“, weiß Jürgen Paschold vom Unternehmerverband. Der Verbandsingenieur organisiert das BGM-Netzwerk seit mehreren Jahren. Bei Vorträgen und durch Best-Practise-Beispiele kommen die Mitglieder des Unternehmerverbandes stets in intensiven Dialog, „um Impulse zu erhalten und voneinander zu lernen“. Denn das zeigt die Erfahrung aller Teilnehmer: Die vielen Bücher und Ratgeber zum BGM können erste Ideen bringen. Paschold: „Letztendlich aber muss das BGM maßgeschneidert werden, damit es zum Unternehmen, den Mitarbeitern, den Abläufen und der Branche passt.“

Wie einzelne, gesundheitsfördernde Maßnahmen zu einem ansprechenden, ganzheitlichen BGM weiterentwickelt werden können, erläuterte Martina Tinnefeld. Sie ist Personalreferentin bei der Franz Haniel & Cie. GmbH in Duisburg und zeichnet dort als zertifizierte Gesundheitsmanagerin für die gut 200 Mitarbeiter der Holding verantwortlich. Die BGM-Angebote sind vielfältig: Gesundheitstage, Obstlieferungen, ein Vital-Menü in der Kantine, Betriebssportgruppen, Fitnessraum, Grippeschutzimpfung oder Körperwerte-Untersuchungen. „Aktuell steht die psychische Gesundheit im Fokus. Dazu führten wir das so genannte „HRV-Training“ ein, das hilft, besser mit Stress umgehen zu können“, berichtete Tinnefeld. HRV steht für Herzraten-Variabilität, wie Petra Jansing, Geschäftsführerin der coperatio net work GmbH in Rhede, ergänzte. Die Gesundheitsexpertin arbeitete Hand in Hand mit Tinnefeld und stellte ihr Konzept vor: „Per Ohrclip und App können Ihre Mitarbeiter wenige Minuten am Tag ihre HRV messen und diese anhand von erlernten Atemtechniken verbessern.“ Bei den Haniel-Mitarbeitern kam diese Methode gut an; seitdem ist Stressprävention ein wichtiger Bestandteil des BGM.

Aber manchmal sind es schon die kleinen, kostenlosen Dinge, die zur Gesundheitsförderung beitragen können, wie Anna Peck, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim ifaa, Institut für angewandte Arbeitswissenschaft, zu berichten wusste. „Schlichte Schilder an Aufzugtüren mit der Aufschrift „Achten Sie auf sich: Nehmen Sie die Treppe!“ können bereits die Aktivität der Mitarbeiter steigern.“ Peck zählte die wichtigen Faktoren eines BGM in kleinen und mittleren Unternehmen auf: Erfolgreicher als einzelne Aktionen sind kontinuierliche verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen, die aufeinander aufbauen. Die Mitarbeiter sollten beim Planen und Umsetzen nach Möglichkeit beteiligt werden. „Keinen nachhaltigen Erfolg bringen nachweislich finanzielle Anreize“, war die überraschende Botschaft von Anna Peck.

Der Unternehmerverband lädt die Mitarbeiter seiner Mitgliedsunternehmen regelmäßig zum Austausch zu Spezialthemen wie eben BGM ein, aber auch Arbeitsrecht, Arbeitswirtschaft, IT, Berufsausbildung oder Kommunikation. Rund 700 Mitgliedsunternehmen gehören zum Unternehmerverband, der zu den größten Arbeitgeberverbänden Nordrhein-Westfalens zählt. Mit Sitz in Duisburg reicht ihr angestammtes Verbreitungsgebiet vom westlichen Ruhrgebiet (Duisburg, Mülheim, Oberhausen) über den Kreis Wesel bis an die niederländische Grenze (Kreis Kleve) und ins Münsterland (Kreis Borken).

„Hören Sie auf Ihr Herz“ – unter diesem Motto stellte Martina Tinnefeld (2. v. r.), Personalreferentin bei der Franz Haniel & Cie. GmbH in Duisburg, ihr Betriebliches Gesundheitsmanagement vor. Zudem referierten beim Netzwerktreffen des Unternehmerverbandes dessen Verbandsingenieur Jürgen Paschold, Anna Peck (rechts) vom ifaa sowie Gesundheitsexpertin Petra Jansing.

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