Ein Feuerwerk an Impulsen für den HR-Bereich

14. Personalforum des Unternehmerverbandes / Vorträge und Diskussion über Ausbildung, LinkedIn und New Work

„Bei Anruf…Ausbildung“ oder eine virtuelle 3D-Brille, die dem Nachwuchs die Handhabung von Maschinen in allen denkbaren Sprachen visualisiert: Um Nachwuchs zu gewinnen bzw. zu halten, lassen sich die Personalabteilungen in hiesigen Betrieben einiges einfallen. Diese beiden Best-Practice-Beispiele sowie viele weitere Vorträge zum Thema „Digital, mobil, flexibel, vernetzt – wie arbeiten und rekrutieren wir künftig?“ bot das 14. Bocholter Personalforum des Unternehmerverbandes. Die Fachveranstaltung für HR-Verantwortliche, Führungskräfte sowie Unternehmerinnen und Unternehmer, die mit über 80 Teilnehmenden ausgebucht war, fand in der vergangenen Woche im Landhaus Ridder statt.

„Die lebendige Atmosphäre bei der ganztägigen Zusammenkunft hat gezeigt, wie sehr wir den Austausch und das Impulse-Sammeln in den vergangenen drei Jahren vermisst haben“, freute sich Organisatorin Jennifer Middelkamp vom Unternehmerverband. Jede freie Minute in den Pausen und während des Mittagessens, das bei herrlichem Wetter auf der Terrasse stattfand, nutzen die Personalexperten für intensive Gespräche. „Stoff gab es genug“, so Middelkamp: Herausforderungen bei der Personalsuche, kreative Lösungen im Recruiting oder das gemeinsame Streben, die Duale Berufsorientierung als „besonders wertvoll“ in den Köpfen von Jugendlichen und Eltern zu verankern. Middelkamp, die die Regionalgeschäftsführung der Arbeitgeberorganisation leitet, betonte: „Nicht jeder muss Abi machen und studieren, das ist nicht der einzige Königsweg für ein auskömmliches und erfülltes Berufsleben. In der hiesigen Industrie, z. B. in der Branche Metall- und Elektro, stehen ausgelernten Facharbeiterinnen und -arbeitern alle Wege offen.“

Ein Schlüssel, das Duale Ausbildungsangebot noch ansprechender zu gestalten, ist die Digitalisierung: Neben VR-Brillen sind das z. B. Lern-Videos, mit denen ältere Jahrgänge ihren Azubi-Kollegen wertvolle Tipps geben, oder Fachkenntnisse rund um den 3D-Druck, die Ausbilderinnen und Ausbilder erwerben und weitergeben. Kostenlose Workshops für viele Branchen und Berufe gibt das bundesweite Netzwerk Q4.0, das beim Personalforum vorgestellt wurde. Inklusive Praxisbericht: Pascal Heimann, Berufsausbilder für die Zerspanungsmechaniker bei Siemens Energy in Mülheim, berichtete von der Umsetzung; gerade in der Corona-Zeit habe es sich bewährt, dass sich Siemens schon länger mit der Digitalisierung der Ausbildung beschäftige. Denn eine Maschine könne man nun mal nicht mit ins Homeoffice nehmen; weiter an ihr lernen müsse man aber trotzdem.

Um überhaupt an die jungen Leute heranzukommen, hat sich der Caritasverband Geldern, der Seniorenheime betreibt, die Aktion „Bei Anruf… Ausbildung“ ausgedacht. Interessierte Jugendliche brauchen weder Zeugnisse, Lebenslauf noch Anschreiben einzureichen, sondern erst einmal nur den Telefonhörer in die Hand zu nehmen. Caritas-Mitarbeiterin Lara Mulder stieß beim Schildern ihrer Erfahrungen auf offene Ohren der Gäste des Personalforums, unter denen viele Soziale Dienstleister waren.

Besonderen Diskussionsstoff lieferte ein Experte für Körpersprache, der auf amüsante und eindrucksvolle Weise typische Mimiken und Gestiken entlarvte, anhand derer Führungskräfte z. B. bei Mitarbeitergesprächen oder Personaler bei Einstellungsinterviews ihr Gegenüber besser einschätzen können. Middelkamp: „Für Erstaunen sorgten die unzähligen Kleinigkeiten, die der Menschenkenntnis dienen: Gangart, Gesichtsausdrücke und -merkmale, wiederkehrende Handbewegungen, Sprechtempo und und und. Es lohnt sich offenbar, sein Gegenüber genauer zu beobachten, um zu erfahren, was – ohne Worte – ausgesagt wird.“

Mit Spannung erwartet wurde auch der Vortrag über LinkedIn. Den Social-Media-Kanal, der auch als „Facebook im Anzug“ beschrieben wird, haben viele Unternehmen für sich entdeckt, um ihr Employer Branding zu stärken und um Kunden wie auch Bewerber zu akquirieren. Fabian Forer, Experte vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln, lieferte dazu unzählige Anregungen: Was zeichnen vielgelesene Posts aus? Wie werden die Chefs zu Corporate Influencern, wie Beschäftigte zu Botschaftern? Welche Aufmachung und Inhalte haben gut gepflegte Unternehmensprofile? Wie kann man sich den Algorithmus des Netzwerks zunutze machen? „Viele Nachfragen der Teilnehmenden zeigten das große Interesse an diesem Netzwerk. Eine Empfehlung lautet auf jeden Fall, die veröffentlichten Stellenausschreibungen direkt mit dem eigenen Bewerbermanagement zu verknüpfen, sodass Interessierte mit einem Klick ihren LinkedIn-Lebenslauf als Bewerbung hinterlassen können“, fasste Middelkamp zusammen.

Als weiteres Best-Practice-Beispiel stand ein Vortrag einer Vertreterin eines IT- und Worksmart-Beratungsunternehmens auf dem Programm, bei dem es um die „Bewerber:innen-Reise“ ging, bei der sie besonders auf die persönliche Note Wert legt. Und vier Fachleute widmeten sich New-Work-Themen: Wie gestaltet man die Arbeitszeit der Zukunft? Welche Methoden und Tools ermöglichen die neuen Arbeitsweisen? Und wie hält man trotz des Arbeitens, das heute mobil, dezentral und asynchron ist, den Teamgeist am Lodern?

„Fachkräfte, Fachkräfte, Fachkräfte – das ist das vorherrschende Thema in den Personalabteilungen“, resümierte Jennifer Middelkamp. „Der Arbeitsmarkt bleibt ein Bewerbermarkt.“ So hätten z. B. Jugendliche im Münsterland nicht nur rein rechnerisch mehr als einen Ausbildungsplatz in Aussicht, häufig hätten sie die Wahl zwischen mehreren unterschriftsreifen Verträgen. Gleiches gilt für wechselwillige Beschäftigte, so Middelkamp: „Insbesondere gewerblich-technische Facharbeiter können sich die Stellen gerade aussuchen.“ Umso wichtiger wird es also für die Firmen, als Arbeitgeber attraktiv zu sein, nicht nur beim Gehalt, sondern auch bei Arbeitszeiten und -bedingungen sowie Zusatzleistungen. Der Unternehmerverband wird als Schwerpunktthema dieses Jahres weiterhin Veranstaltungen rund um „New Work“ anbieten.

Fach- und Führungskräfte aus dem HR-Bereich kamen Mitte August zum 14. Bocholter Personalforum des Unternehmerverbandes, das sich um Ausbildung, Recruiting und New Work drehte.
Die Referentinnen und Referenten des 14. Bocholter Personalforums (von links): Monika Bone, Rainer Brandt, Lara Mulder, Veit Hartmann, Pascal Heimann, Dr. Peter Janßen, Ana Salgado, Tobias Fastenrath, Fabian Forer und Jennifer Middelkamp. (Foto: Unternehmerverband)

Ansprechpartner in der Pressestelle

Christian Kleff

Geschäftsführer "Wirtschaft für Duisburg" und Leiter Kommunikation und Marketing

Telefon: 0203 99367-225

E-Mail:kleff(at)unternehmerverband(dot)org

Jennifer Middelkamp

Regionalgeschäftsführung Kreise Borken / Kleve und Pressesprecherin

Telefon: 0203 99367-223

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Geraldine Klan

Referentin

Telefon: 0203 99367-224

E-Mail:klan(at)unternehmerverband(dot)org